eSIM versus eIM: Die wahren Kosten des Fernwechsels von IoT-Profilen

IoT device connecting to the eIM platform for remote profile switching

Das Verkaufsargument von SGP.32 klingt attraktiv: Installieren Sie das Gerät einmal und verwalten Sie die Konnektivität anschließend zehn Jahre lang aus der Ferne, ohne das Gerät je wieder anzufassen. Es sind keine Vor-Ort-Besuche mehr nötig, wenn Betreiber wechseln, Netzwerke abgeschaltet werden oder ein notwendiger Providerwechsel wegen Roamingkosten ansteht.

Die Technologie ist vorhanden. Der Standard ist veröffentlicht. Doch zwischen dem Versprechen und einer funktionierenden Produktionsimplementierung liegt eine Reihe praktischer, kommerzieller und technischer Hürden, die in den meisten Herstellerunterlagen unerwähnt bleiben.

Dieser Artikel gibt Ihnen ein realistisches Bild davon, was SGP.32 und eIM tatsächlich erfordern und welche Kosten damit verbunden sind.

Der Unterschied zwischen SGP.32, eIM und einer klassischen eSIM

Bei einer klassischen SIM-Karte bedeutet ein Providerwechsel einen physischen Austausch. Bei einer klassischen eSIM (SGP.22) kann ein Nutzer selbst aus der Ferne ein neues Profil herunterladen, jedoch nur durch aktives Starten des Prozesses über einen QR-Code, einen Aktivierungscode oder eine Betreiber-App. Dieses Modell funktioniert für ein Smartphone. Für ein Gerät, das an eine Infrastruktur an einem abgelegenen Standort gebunden ist, funktioniert es nicht.

SGP.32 ist der GSMA-Standard, der speziell für IoT entwickelt wurde. Die eIM-Plattform (eUICC IoT Manager) fügt eine Verwaltungsebene hinzu, mit der ein Betreiber oder Konnektivitätsmanager Profildownloads, -wechsel und -löschungen für eine gesamte Geräteflotte auslösen kann, ohne jegliche Interaktion am Gerät selbst.

Was vor der Inbetriebnahme von eIM geregelt sein muss

Drei Voraussetzungen müssen erfüllt sein, bevor eIM dieses Versprechen einlösen kann, und jede davon ist für sich genommen ein eigenes Projekt.

1. Mitwirkung des Betreibers

Der Betreiber, von dem Sie das Profil auf Ihr Gerät herunterladen möchten, muss dieses Profil über die von Ihnen genutzte eIM-Plattform verfügbar machen. Das geschieht nicht von selbst. Betreiber setzen kommerzielle Bedingungen, Mindestverpflichtungen und Integrationsanforderungen an. Das eIM fungiert als unabhängige, zentralisierte Verwaltungsebene, die mit dem SM-DP+-Server (Subscription Manager Data Preparation) jedes Betreibers kommuniziert. Diese Integration ist mit Kosten verbunden, die je Betreiber variieren, und braucht Zeit für Verhandlung und Umsetzung.

MVNOs fügen eine zusätzliche Komplexitätsebene hinzu. Sie stehen zwischen dem zugrunde liegenden Netzwerk und dem Endkunden und verfolgen eine eigene kommerzielle Agenda. Beim aktuellen Stand des Marktes ist es optimistisch zu erwarten, dass sie ihre Profile bereitwillig für einen Fernwechsel zur Verfügung stellen.

2. IPA-Strategie

Um Profilanweisungen einer eIM-Plattform zu empfangen und auszuführen, benötigt ein Gerät spezielle Software. Diese Software heißt IPA (IoT Profile Assistant). Ohne IPA kann die eIM-Plattform nicht mit dem Gerät kommunizieren. Es gibt zwei Wege, eine IPA umzusetzen, und die Wahl zwischen beiden gehört zu den wichtigsten technischen Entscheidungen einer SGP.32-Implementierung.

  • IPAd läuft auf dem Gerät selbst. Das bietet volle Kontrolle darüber, wie Profile verwaltet werden und mit welcher eIM-Plattform das Gerät sich verbindet. Der Nachteil ist, dass IPAd für jeden Gerätetyp eine maßgeschneiderte Entwicklung erfordert, da jeder Hersteller andere Low-Level-Modembefehle verwendet. Zudem ist laufende Wartung nötig, sobald die eIM-Plattform aktualisiert wird oder ein neuer Provider hinzukommt.
  • IPAe läuft auf dem eUICC-Chip selbst. Das ist eine schlüsselfertige Lösung, bei der der Chiphersteller für Kompatibilität, Updates und die technische Roadmap sorgt. Der Implementierungsaufwand auf Ihrer Seite fällt dadurch deutlich geringer aus.

Thingsdata unterstützt beide Optionen. Unsere eUICCs verfügen über eine integrierte IPAe, und wir unterstützen bei Bedarf bei der IPAd-Entwicklung. Noch wichtiger: Wir helfen Ihnen, vor dem Einstieg in einen der beiden Pfade die richtige Wahl für Ihre spezifische Implementierung zu treffen.

3. APN-Konfiguration

Wenn ein Gerät zu einem neuen Betreiberprofil wechselt, benötigt es auch die richtige APN (Access Point Name), um sich mit dem Netzwerk dieses Betreibers zu verbinden. Jeder Betreiber verwendet andere APN-Einstellungen. Solange nicht jeder Betreiber weltweit einen einheitlichen APN-Standard nutzt, was derzeit nicht der Fall ist, benötigt das Gerät die richtige Logik, um die APN nach jedem Profilwechsel korrekt zu konfigurieren. Ohne diese Logik verfügt das Gerät zwar über ein neues Profil, aber über keine funktionierende Verbindung.

Die vollständige Kostenstruktur einer eIM-Implementierung

Die meisten Artikel über SGP.32 konzentrieren sich auf Transaktionskosten für Profildownloads. Das ist der kleinste Teil des Gesamtbilds. Die vollständige Kostenstruktur sieht wie folgt aus:

  • Kosten der eIM-Plattform Auf Ebene des eIM-Anbieters gibt es SaaS-Lizenzkosten für den Zugang zur Plattform, eine monatliche Hosting-Gebühr pro Profil im Archiv (indikativ zwischen zwei und zehn Cent je Profil pro Monat, abhängig vom Volumen), eine einmalige Konfigurationsgebühr jedes Mal, wenn ein Profil an ein Gerät gesendet wird (üblicherweise nicht unter dreißig Cent, wobei die Obergrenze stark von Anbieter und Volumen abhängt), eine Integrationsgebühr je Betreiber, der zur Plattform hinzugefügt wird, sowie eine Beendigungsgebühr je SIM-Karte am Ende des Lebenszyklus.

 

  • Kosten des Betreibers Auf Betreiberebene gibt es Aktivierungs- und Beendigungskosten, mögliche Strafen bei Nichteinhaltung von Mindestlaufzeiten, eine Integrationsgebühr, die der Betreiber dem eIM-Anbieter für den SM-DP+-Zugang berechnet und die anschließend weitergegeben wird, eine wiederkehrende Kostenposition für inaktive Profile und laufende Kosten für verschiedene Arten von Kontaktpunkten. Letzteres spiegelt den Wunsch der Betreiber wider, an jedem Kontaktpunkt in einem Markt zu verdienen, den sie selbst nicht als besonders wertvoll einschätzen.

 

  • Kosten auf Geräteebene Auf Geräteebene fallen IPA-Entwicklungs- oder Lizenzkosten an, Arbeiten zur Entwicklung angepasster Firmware je Gerätetyp sowie die laufenden Kosten für die Wartung dieser Firmware, da sich sowohl die Geräteplattform als auch der eIM-Standard weiterentwickeln werden.

Keine dieser Kostenkategorien taucht in einem Kostenvergleich auf, der sich ausschließlich auf Transaktionskosten konzentriert.

Wann SGP.32 die richtige Wahl für Ihre Organisation ist

Die wirtschaftlichen Vorteile von eIM steigen deutlich mit zunehmender Skalierung und in Implementierungsszenarien, bei denen die Alternative ein physischer Vor-Ort-Besuch ist. Der Business Case ist am stärksten, wenn:

  • Ihre Geräteflotte mehr als zehntausende Einheiten umfasst
  • Geräte an schwer erreichbaren oder geografisch verteilten Standorten installiert sind
  • Sie Betreiberwechsel oder Netzwerkmigrationen während der Lebensdauer des Geräts erwarten
  • Sie in mehreren Ländern aktiv sind und die lokale Konnektivität optimieren möchten, ohne Änderungen an der Hardware vorzunehmen
  • die Kosten eines einzelnen Vor-Ort-Besuchs zum Austausch einer SIM-Karte höher sind als die gesamten eIM-Kosten je Gerät

In diesen Szenarien amortisiert sich die anfängliche Investition in Plattformintegration und Firmwareentwicklung über die Zeit.

Wann SGP.32 noch nicht die richtige Wahl ist

SGP.32 fügt Kosten und Komplexität hinzu, die sich nicht lohnen, wenn:

  • Ihre Geräteflotte klein ist und Profile voraussichtlich nicht wechseln
  • Geräte einfach zugänglich sind und ein physischer SIM-Wechsel wenig kostet
  • Ihre Betreiber noch nicht mit verfügbaren eIM-Plattformen integriert sind
  • Ihre Hardware SGP.32 nicht unterstützt und ein Hardware-Upgrade nicht geplant ist

In diesen Fällen bietet eine gut verwaltete Multi-Roaming-SIM-Karte in Kombination mit einer funktionierenden Konnektivitätsmanagement-Plattform dieselbe operative Zuverlässigkeit, bei deutlich geringerer Komplexität.

Wie Thingsdata Organisationen bei der Bewertung von SGP.32 unterstützt

SGP.32 bedeutet einen echten Fortschritt für die IoT-Konnektivität. Der Standard ist etabliert, die Anwendungsbeispiele sind relevant, und die Technologie wird sich weiterentwickeln. Doch der Markt befindet sich noch in einem frühen Stadium, das Ökosystem ist noch im Aufbau, und der Weg vom Standard zu einer funktionierenden Implementierung erfordert eine sorgfältige Abwägung der Betreiberbeziehungen, der Gerätefähigkeiten und der Gesamtbetriebskosten.

Thingsdata unterstützt SGP.32 und arbeitet mit Organisationen zusammen, die prüfen, ob eIM für ihre Implementierung geeignet ist. Als unabhängiger IoT-Konnektivitätspartner, der an keinen bestimmten Provider oder Plattformanbieter gebunden ist, helfen wir Ihnen, das vollständige Bild zu erfassen: nicht nur die Transaktionskosten, sondern auch die Integrationskosten, die Firmware-Anforderungen und die kommerzielle Realität der Zusammenarbeit mit Betreibern.

Wenn Sie gerade einen Business Case für SGP.32 erstellen, nehmen Sie vor einer endgültigen Entscheidung Kontakt mit uns auf. Thingsdata denkt gerne mit Ihnen mit, vom Business Case bis zur Implementierung. Kontaktieren Sie uns unter +31-85-0443500 oder per E-Mail an info@thingsdata.com.

Ernest Santos

Written by:

Ernest Santos

Senior Business Development Executive EMEA & LATAM

Spezialisiert auf den Ausbau des Vertriebs von IoT-Produkten in Jersey, mit Fokus auf den Aufbau langfristiger internationaler Kundenbeziehungen.

Fordern unsere testkit

Sind Sie auf der Suche nach IoT-Simkarten, die Ihrer Lösung eine kontinuierliche Internetverbindung ermöglichen? Dann fordern Sie unser Testkit an! Unser Testkit enthält drei Sim-Karten, mit denen Sie drei Monate lang kostenlos 100 MB testen können.

Anfrage
Download unsere brochure

Sind Sie auf der Suche nach einem geeigneten IoT-Partner für Ihre Geschäftsaktivitäten? Dann laden Sie diese Broschüre herunter und erhalten Sie sofort Zugang zu wertvollen Informationen über unsere Dienstleistungen und IoT-Lösungen.

Download